denki-kawaraban

Posted in Uncategorized by Lukas Braun on 2011/01/02

 

Hier findet ihr ein kleines Lexikon mit Kurzerläuterungen zu Japanvokabeln aus den Denki-Kawaraban-Artikeln. Wenn ihr mehr zum Thema wissen wollt: Einfach auf den Link klicken und loslesen. Der Berich wird regelmäßig aktualisiert.

Ainu: Lange Zeit als Ureinwohner Japans bezeichnet. Es handelt sich eher für einen Stamm, der vor etwa 20.000 Jahren von Altrussland durch Zentralasien einwanderte. Sprache und Aussehen sind vollkommen anders, als die/das der restlichen Japaner. Seit dem 6. Jahrhundert wurde die Ainu als Barbaren geächtet und immer weiter nach Norden vertrieben. 

ASIMO: Humanoide Roboterreihe der Forschungsabteilung von Honda. Der Name ist eine Anlehnung an den Sience-Fiction Autor Isaac Asimov. DK-Artikel zum Thema

Bakemono: ( 化け物 ) Wandelwesen japanischer Fabeln und Spukgeschichten. Sie spielen Menschen Streiche, indem sie die Gestalt wechseln. Populäre Bakemono sind der Tanuki, der Kitsune, die Bakeneko oder der Kappa. DK-Artikel zum Thema

Bakeneko: ( 化け猫 ) Wandelwesen in Katzengestalt – auch Nekomata genannt. Im Alter von 3 oder 13 Jahren kann bei Katzen eine dämonische Seite erwachen. Dabei splittet sich ihr Schweif entzwei und sie beginnt auf den Hinterbeinen zu laufen. Eine spukende Katze frißt alles, was ihr in den Weg kommt, kann Feuerkugeln schleudern und wiederbelebte Tote kontrollieren. Nekomata treten oft in Gestalt einer alten Frau auf, um ihr wahres ich zu verbergen. Eine Variante sind Vampirkatzen, die die Gestalt ihrer Opfer annehmen, nachdem sie deren Blut getrunken haben.

Bodisattva: Erlösergestalt im Mahayana-Buddhismus. Erreicht ein Gläubiger die Erleuchtung, kann er ins Nirvana eintreten und damit dem Kreislauf des Lebens verlassen. Der Boddisattva bleibt ein Wandler zwischen den Welten. Sein Mitleid bindet ihn an die Sterblichen, die er ebenfalls in die Erlösung führen will. DK-Artikel zum Thema

Chahakobi Karakuri: Robotervorläufer aus dem 17. Jahrhundert. Der etwa 40 cm hohe Automat war fähig Tee zu servieren, wodurch er zu einem beliebten Accessoire in Kreisen reicher Kaufleute avancierte. DK-Artikel zum Thema

Datsueba: ( 奪衣婆 ) Weibliche Höllengestalt der japanischen Mythologie. Nachdem Verstorbene den Fluss zum Totenreich durchschwommnen haben, wiegt jene uralte Frau die nasse Kleidung. Jeh sündiger das Leben, desto schwerer die Kleidung. Mehr dazu

Dōgu: (土偶) Mutterkult-Figuren aus der Jōmon-Zeit.

Emishi: Nachkommen der Ainu-Stämme, die seit der Kofun-Zeit als Söldner für japanische Fürsten kämpften. Später wurden sie – ebenso wie die Ainu – als Barbaren der Nordens bezeichnet und von den kaiserlichen Truppen zurückgedrängt.

Emma O: ( 閻魔王 ) Höllenrichter im buddhistischen Glauben. In einem Spiegel lässt er Verstorbene ihre Sünden erneut mitansehen. Dann entscheidet sein Tribunal, welche Jenseitswelt – vor allem welche Höllenquahlen – auf die Angeklagten warten. Er trägt die Kleidung chinesischer Richter aus der Tang-Zeit, hat ein wutgerötetes Gesicht und zotteliges, schwarzes Haar. Mehr dazu  

HAL 5 Power-Suit: Ganzkörper-Roboteranzug der Firma Cyberdyne. Er unterstützt schwache Gelenke indem er die Hirnströme seines Trägers misst und in Bewegung umsetzt.

Hanadaka-Tengu: ( 鼻高天狗 ) Gehören zu den Yokai-Fabelwesen japanischer Mythen. Die sogenannten Langnasen-Tengu führen oft Gruppen von Krähentengu an. Sie haben gewaltige Schwingen, weiße, lange Bärte und überlange Nasen in ihren roten Gesichtern. Zu ihern Zaubertechniken gehört das Beschwören von Stürmen und das Verschwinden in einem Blätterwirbel. DK-Artikel zum Thema

Jōmon ( 縄文): Periode des japanischen Altertums – etwa 9000 v.Chr bis 300 v.Chr. Die Jōmon-Menschen waren Jäger und Sammler. Benannt ist die Kultur nach ihrer besonderen Keramikverzierung. Die Jōmon vermischten sich mit den später in Japan eingewandereten Yayoi zu dem Volk, aus dem die heutigen Japaner hervorgingen. DK-Artikel zum Thema

Gakuran: ( 学ラン ) Klassische japanische Schuluniform für Jungs. Die Kleidung ist preussischen Uniformen Nachempfunden. Sie besteht aus einer schirmlosen Kappe, langen Hosen und einer Jacke mit Stehkragen und doppelter Knopfreihe. Mehr dazu

Gashadokoro: Der Klapperschädel – auch Odokuro – gehört zu den klassischen Yokai japanischer Gespenstergeschichten. Zumeist besteht er aus den verrottenden Gebeinen der Gefallenen auf einem Schlachtfeld. Die Knochen fügen sich zu einem gigantischen Skelett zusammen und beginnen die Überlebenden auf dem freien Feld heimzusuchen.

Kaizoku: ( 海賊 )Piratensippen der japanischen Inlandsee. Von Händlern verlangten sie Durchfahrtszölle oder boten Eskortservice. Fischerdörfer konnten Plünderungen nur durch Schutzgeld abwenden. Verfeindete Fürstentümer unterstützten sie durch Seeblockaden. Die Familie Murakami wurden dadurch zu den Piratenkönigen der Seto-Binnensee. Mehr dazu

Kappa: ( 河童 ) Wasserkobold japanischer Fabeln. Er gehört zu den Wandelwesen und nimmt die Gestalt von Menschen an, um diese in die Falle zu locken. Auch Schwimmenden setzt er zu, indem er ihnen durch den Anus die Leber herausreisst und diese auffrisst.

Kappamaki: ( 河童巻) Gurken in Sushireis und Algenblätter gerollt. Benannt nach den Kappa-Wasserkobolden japanischer Fabeln, deren Leibspeise neben Menschen angeblich Gurken sein sollen.

Karakuri: Vorläufer japanischer Roboter, die seit dem 17. Jahrhundert konstruiert wurden. Die Automaten aus Walknochen und Holz waren noch wenig funktional und eher zur Unterhaltung gedacht. Die Maschinen sollten Betrachter gleichsam in Erstaunen und in Grübeleien versetzen.

Karakuri Zui: „ Abhandlung über Automaten“ von Hosokawa Hanzô aus dem Jahr 1796.  Das Werk enthält Bauanleitungen zu neun Karakuri-Modellen. DK-Artikel zum Thema

Karasu-Tengu: Gehören zu den Yokai-Fabelwesen. Die Krähen-Tengu sind schwarzgefiedert, ihre Gesichter sind die von Hunden oder Raubvögeln. Sie tragen die Kleidung von Bergasketen und gelten als Meister der Schwertkunst.  DK-Artikel zum Thema

Kawaii-Kult: Kawaii ist ein Modebegriff der jüngeren Generationen für cooles, schönes, niedliches, charmantes, nettes, liebens- oder begehrenswertes. Seit den frühen 70er Jahren hat sich dieser Jugendtrend zu einem gesellschaftsübergreifenden Phänomen – zu dem japanischen Lebensgefühl – entwickelt. DK-Artikel zum Thema

Kitsune: ( 狐 ) Bakemono-Wandelwesen in Fuchsgestalt. Führt in Fabeln gerne Reisende an der Nase herum und spielt schlechten Menschen übel mit. Zudem kann der Fuchsgeist über die Fingernägel in den Körper seiner Opfer fahren, um diese zu kontrollieren.

Kitsunetsuki: ( 狐付き) Im japanischen Mittelalter wurde Geisteskranken, Alten und unliebsamen Frauen nachgesagt von Fuchsgeistern besessen zu sein. Die Familien eines solchen Kitsunetsuki haftete ein unauslöschlicher Makel an, der auch noch Generationen später zu Diskriminierung führen kann.

Nekomata: (siehe Bakeneko) DK-Artikel zum Thema

Ouendan: ( 応援団 ) Anfeuerungsgruppen, die bei Sportereignissen die Zuschauer mit ausgeklügelte Choreographien und Orchestermusik aufheizen – ähnlich US-amerikanischen Cheerleaderinnen. Häufig tragen sie die Uniformen ihrer Schulen, Universitäten oder Sportclubs. DK-Artikel zum Thema

Radio-Taisō: (ラジオ体操) Japanische Kollektiv-Morgengymnastik bestehend aus 26 Übungen zu je drei Wiederholungen. Etwa 20 Prozent der japanischen Bevölkerung nehmen täglich an der Radio-Taisō teil – ob in Büroräumen, in Klassenzimmern, auf Schulhöfen, in städtischen Grünanlagen oder auf den Parkplätzen der  Fabriken. DK-Artikel zum Thema

Shintô: ( 神道 ) Wörtlich der Weg der Götter. Der Shintoismus gilt als die japanische Urreligion, umfasst aber eher um ein Sammelsurium an naturverehrenden Lokalkulten, die bereits vor der Ankunft des Buddhismus im sechsten Jahrhundert paraktiziert wurden. Neben Ahnenkult und Geisterglauben umfasst der Shintoismus zahllose Formen der Verehrung von beseelter Natur. Die als Kami bezeichneten Gottheiten können sich in Form von Wäldern, Steinen, Bergen, Flüssen und Tieren manifestieren.

Tanuki:( 狸 bzw. タヌキ ) Japanischer Marderhund. In der Mythologie ein Wandelwesen aus der Gruppe der Bakemono. Gerne nimmt er die Gestalt von Menschen an, um fleischlicher Lust und Alkohol-Exzessen zu frönen. Seine Hoden kann er auf überdimensionale Größe anschwellen lassen (bis zu zwölf Quadratmeter), um diese als Rammwaffe, Trommel, Regencape, Boot oder Gleitschirm zu benutzen. DK-Artikel zum Thema

Tengu: ( 天狗 ) Wörtlich Himmelshunde. Geflügelte Fabelwesen japanischer Mythen. Herkunft wahrscheinlich aus der indischen Sagenwelt – Garuda, das geffügelte Reittier Visnus. Beheimatet sind sie in den waldigen Bergen. Ihre Kleidung entspricht der der Yamabushi-Bergasketen. Sie verfügen über Zauberkräfte und sind mit Schwert oder Lanze unbesiegbar. Man unterscheidet die Hanadaka-Tengu und Karasu-Tengu. DK-Artikel zum Thema 

Toire no Hanako: Ein moderner Gespenster-Mythos. Die Toiletten-Hanako spukt in Schulden, im dritten Stock in der dritten Kabine der Mädchentoilette. Wer den Zorn der Hanako heraufbeschwört wird an Örtchen und Stelle erwürgt. DK-Artikel zum Thema.

Tsukunogami: In Spukgeschichten erwachen ungenutzte oder vergessene Gegenstände häufig zum Leben, um sich an ihren nachlässigen Besitzern zu rächen. Egal ob Regenschirme, Möbelstücke, Schiebetüren oder Musikinstrumente. Im Volksmund heißt es, berührt man Teile seines Hab und Guts über 99 Jahre nicht, bringen sie sich als Tsukunogami-Spukgestalten wieder in Erinnerung

Wakō: ( 和寇 ) Plünderer aus dem Lande Wa (alte Bezeichnung für Japan bei den Chinesen und Koreanern). Ostasiatische Piratenbanden, die seit dem 13. Jahrhundert die Küstenregionen von Nordkyuushu aus heimsuchten. Wie die Wikinger wechselten sie zwischen Handel und Seeräuberei als Einnahmequelle. Mehr dazu

Yamato Nadeshiko: ( 大和撫子 ) Yamato ist eine veraltete Bezeichnung für Japan. Nadeshiko das japanische Wort für Nelke. Yamato Nadeshiko ist also eine klassische japanische Schönheit, eine Idealfrau nach japanischem Verständnis. Auch die Fußball Nationalmannschaft der Frauen wurde mit diesem schmeichelhaften Spitznamen versehen.

Yatagarasu: (八咫烏): Dreibeinige Krähe in der japanischen Shinto-Mythologie. Der Legende nach hat sie dem ersten Kaiser der Tenno-Familie bei der Eroberung Japans geholfen. DK-Artikel zum Thema

Yayoi  (弥生): Periode des Japanischen Altertums von 300 v.Chr. bis 300 n.Chr. Benannt nach dem Tokioter Stadtteil, wo erstmalig Funde der neuen Kultur ausgegraben wurden. Die Yayoi brachten den Naßreisanbau nach Japan, neue Bewässerungstechniken, Bronzewaffen und bessere Tonbrenntechniken -  ein Indiz dafür, dass die Einwanderer auch China und Korea nach Japan gekommen sein müssen.


Yūrei: ( 幽霊 ) Japanische Rachegeister. Basierend auf der Idee, dass starke Gefühle, wie Liebe und Hass, die Seelen Verstorbener an das Diesseits binden, entstanden seit dem japanischen MIttelalter die Erzählungen von Yūrei. Solche Geister sind meist weiblich, gekleidet in weiße Totengewänder, sie tragen ihr langes schwarzes Haar strähnig ins Gesicht hängend und ihre Hände baumeln wie ausgerenkt von ihren Handgelenken.

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